Verwenden Sie das folgende Schema als Leitfaden, wenn Sie neue Grenzen etablieren wollen.
Nehmen Sie ein Blatt Papier und zeichnen Sie eine Tabelle mit 3 Spalten.
Erste Spalte: Schreiben Sie eine Grenze auf, die Sie gern etablieren würden. Es ist vollkommen in Ordnung, klein anzufangen. Formulieren Sie Ihre Grenze in einer „Ich“-Aussage: „Ich möchte“, „Ich brauche“, „Ich hätte gerne“ oder „Ich erwarte“.
Bringen Sie genau auf den Punkt, was Sie sagen wollen. „Ich will nicht, dass Sie mich nach Feierabend anrufen.“ „Ich werde keine Zeit mit dir verbringen, wenn du getrunken hast. Ich erwarte, dass du bei Familienfeiern nüchtern bleibst.“ „Sprich nicht mit mir in diesem Tonfall. Ich erwarte, dass wir respektvoll miteinander umgehen.“ „Ich will nicht, dass du mich unterbrichst.“ „Ich will nicht, dass ihr euch vor meinen Kindern streitet.“ Viele Menschen haben schon beim Setzen der Grenze ein schlechtes Gewissen und fangen an, herumzueiern. „Ich weiß, dass du Schwierigkeiten mit meinem Schwager hast, die hab ich ja auch, wir haben ja alle unser Päckchen zu tragen und bitte nimmt das nicht persönlich, aber ich würde dich bitten…“ So kommt Ihre Botschaft beim Gegenüber nicht an. Überlegen Sie vorher, was Sie sagen wollen, halten Sie sich kurz und bringen Sie Ihr Anliegen auf den Punkt.
Zweite Spalte: Schreiben Sie das Bedürfnis auf, das durch die Grenze geschützt wird.
Dritte Spalte: Schreiben Sie eine Konsequenz auf, die Sie umsetzen wollen, falls Ihre Grenze nicht respektiert wird. (Siehe nächster Abschnitt)
Überlegen Sie, wie Sie Ihre Grenze mitteilen möchten: Möchten Sie Ihre Grenze persönlich, per Textnachricht oder per E-Mail kommunizieren? Wählen Sie die Methode, die sich für Sie am natürlichsten und passendsten anfühlt.
Entscheiden Sie, wann Sie Ihre Grenze mitteilen möchten: Möchten Sie Ihre Grenze jetzt mitteilen oder beim nächsten Mal, wenn sie überschritten wird? Wählen Sie den Zeitpunkt, der sich für Sie am besten anfühlt.
Grenzen setzen ist unangenehm. Falls Sie Schuldgefühle bekommen, halten Sie diese aus und bleiben Sie konsequent. Kümmern Sie sich gut um sich, betreiben Sie Selbstfürsorge und schaffen Sie Raum für Ihre unangenehmen Gefühle.
Falls Sie die Grenze im direkten Gespräch setzen wollen: Achten Sie auf Ihren Tonfall. Sprechen Sie bestimmt und direkt, ohne laut oder aggressiv zu werden. Verschaffen Sie sich Gehör und machen Sie klar, dass Sie es ernst meinen, aber bleiben Sie sachlich.