Jede Grenze wird in zwei Schritten gesetzt: aussprechen und konsequent handeln.
Der erste Schritt der Kommunikation besteht darin, Ihre Bedürfnisse klar auszusprechen. Die Leute in Ihrem Leben können Ihre Bedürfnisse entweder nicht erraten oder sie haben ein Interesse daran, Ihre Grenzen nicht zu beachten. Ihnen selbst sind Ihre Bedürfnisse klar, anderen Menschen nicht. Deshalb ist es Ihre Aufgabe, Ihre eigenen Bedürfnisse klar auszusprechen. Das kann und wird niemand für Sie tun. Das kann so klingen:
„Wenn wir uns streiten, will ich, dass du nicht laut wirst. Wenn du dich nicht beherrschen kannst, dann nimm dir eine Auszeit. Außerdem werde ich dich in Zukunft darauf hinweisen, wenn mir dein Tonfall unangenehm wird.“
„Es ist mir wichtig, dass du dich an unsere Terminabsprachen hältst. Wenn du sie nicht einhalten kannst, will ich, dass du mir mehrere Stunden vorher Bescheid gibst.“
Die Grenze nur auszusprechen, reicht aber nicht aus. Im zweiten Schritt müssen Sie anschließend konsequent handeln. Wenn Sie beispielsweise vorher einfordern, dass Ihr Partner im Streit einen angemessenen Tonfall anschlägt, brechen Sie das Gespräch ab, wenn er sich im Ton vergreift.
Wichtig ist: Es geht hierbei nicht um eine Bestrafung, sondern um Ihr Bedürfnis. Sie haben das Bedürfnis, dass man nicht laut wird, wenn man mit Ihnen spricht. Dieses Bedürfnis schützen Sie, indem Sie sich aus dem Gespräch entfernen.