Im Arbeitskontext fällt es uns häufig besonders schwer, unsere Grenzen zu erkennen und sie zu setzen. Wir übernehmen weitere Aufgaben, obwohl unsere To-Do Liste schon überquillt oder wir eigentlich schon lange im Feierabend sein wollten. Doch das Fehlen klarer Grenzen im beruflichen Alltag kann zu Überlastung, Stress und Burnout führen, was die berufliche und persönliche Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.
Warum es uns so schwer fällt, im Arbeitskontext Grenzen zu setzen:
Hierarchien und Abhängigkeiten: Wir fürchten negative Konsequenzen, weil wir von Vorgesetzten abhängig sind und ein Machtgefälle besteht.
Angst vor negativen Folgen: Die Sorge, als unengagiert, schwierig, unflexibel oder nicht hilfsbereit wahrgenommen zu werden oder Karrierechancen zu riskieren, kann uns davon abhalten, Grenzen zu kommunizieren.
Leistungsdruck: In leistungsorientierten Unternehmen gibt es oft einen unausgesprochenen Druck, sich selbst zu überfordern – was Grenzen setzen erschwert.
Selbstwert und Anerkennung: Viele von uns suchen Bestätigung und arbeiten daher oft über unsere Grenzen hinaus, um Lob zu erhalten.
Unklare Rollen: Fehlen klare Zuständigkeiten, übernehmen wir häufig zusätzliche Aufgaben, statt Grenzen zu setzen.
Was Sie tun können, um Ihre Grenzen im Arbeitskontext zu setzen:
Selbstreflexion: Welche Aufgaben und Situationen stressen oder überfordern Sie? Was sind Ihre persönlichen Belastungsgrenzen?
Klares Nein: Ein „Nein“ kann respektvoll und freundlich formuliert werden und ist notwendig, um die eigenen Ressourcen zu schützen. Wenn Sie eine Aufgabe grundsätzlich gerne übernehmen möchten, es aber zum aktuellen Zeitpunkt zu viel ist, können Sie dies z.B. so formulieren: „Ich möchte diese Aufgabe gut machen, aber dazu brauche ich mehr Zeit.“
Prioritäten setzen: Unterscheiden Sie dringende Aufgaben von weniger dringenden und setzen Sie klare Prioritäten, beispielsweise mit Hilfe des Eisenhower Prinzips (Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit kategorisieren). Wenn Sie sich bei der Priorisierung unsicher sind, bitten Sie Ihre Führungskraft um Ihre Einschätzung (z.B. „Ich kann heute nicht alle Aufgaben erledigen, sag mir bitte, was davon heute noch erledigt werden muss und was nicht bis morgen warten kann.“)
Unterstützung suchen: Suchen Sie bei Bedarf Hilfe von Kollegen oder Ihrer Führungskraft und/oder fragen Sie konkret nach Entlastung.