Setzen Sie sich wie gewohnt mit geschlossenen Augen in einer bequemen Sitzposition.
Stellen Sie sich diesmal keinen Timer!
Beobachten Sie, welche Gefühle Sie in sich bemerken.
Falls nötig, defusionieren Sie von Ihren Gedanken.
Wenn sich der Wirbel an inneren Erlebnissen etwas gelegt hat und Sie ein Stück weit zur Ruhe gekommen sind, wählen Sie ein Gefühl aus.
Spüren Sie, wo Sie dieses Gefühl bemerken. Nehmen Sie sich einen Augenblick die Zeit, in Kontakt mit diesem Gefühl zu treten.
Nehmen Sie im nächsten Schritt eine neue innere Haltung zum Gefühl ein und behandeln Sie es, als wäre es ein eigenständiges Wissen mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Zielen und Ängsten. Stellen Sie sich die Frage: Was braucht das Gefühl? Was würde das Gefühl gern tun? Wohin würde es sich innerhalb Ihres Körpers gern bewegen?
Wenn Sie mögen, stellen Sie diese Fragen dem Gefühl, indem Sie sie innerlich sprechen, also denken. Sprechen Sie das Gefühl dabei an wie ein eigenständiges Gegenüber, dem Sie helfen wollen.
Beobachten Sie im nächsten Schritt, wie es auf Ihre Ansprache reagiert.
Vielleicht spüren Sie nun, was das Gefühl bräuchte oder wohin es sich gern bewegen würde, und bemerken in sich einen Widerstand, das zuzulassen. Was ist das genau für ein innerer Widerstand? Können Sie ihn fallen lassen, um eine neue Erfahrung im Umgang mit Ihren Gefühlen zu machen?
Es ist schwer, für die Übung eine Anleitung zu schreiben, die für alle funktioniert, weil für jeden von uns ein eigenes Gefühl mit eigenen Bedürfnissen, eigenen Reaktionen etc. auftritt. Experimentieren Sie, lernen Sie das Gefühl kennen, wie sie einen neuen Menschen kennenlernen würden. Vielleicht lernen Sie Ihr Gefühl als ein etwas unwilliges und schlecht gelauntes Wesen kennen, das gar nichts von Ihnen will, außer in Ruhe gelassen zu werden und seinen eigenen Raum zu bekommen. Seien Sie geduldig, es handelt sich schließlich um einen Teil Ihrer selbst.