Meditation meist sicher, kein grundsätzliches Risiko für gesunde Menschen
direkter Kontakt mit Psyche, auch mit verdrängten Inhalten
ungewöhnliche Erfahrungen möglich, meist harmlos
Vorsicht bei psychotischen, bipolaren oder dissoziativen Störungen!
bei Trauma oder Instabilität besser therapeutische Begleitung, sanftere Praxis wie Metta hilfreich (Siehe Quellen!)
Meditation ist für die allermeisten Menschen komplett ungefährlich. Diese Technik bringt einen allerdings in authentischen Kontakt mit der eigenen Psyche und ihren Schattenseiten, die wir durch diesen Kontakt transformieren können. Meditation deckt auf, was im Alltag verborgen bleibt. Es gibt zwar einige seltsame Erfahrungen, die einem im Laufe der Meditation begegnen können, aber diese sind in der Regel ungefährlich. Man sollte sie allerdings kennen, bevor man anfängt, mehrere Stunden am Tag zu meditieren oder auf Retrats zu gehen, deshalb gehe ich der Vollständigkeit halber am Ende des Handouts kurz auf sie ein und verlinke zu nützlichen Ressourcen.
Es bestehen keine strikten psychiatrischen Kontraindikationen für Meditation, allerdings sollten Menschen mit psychotischen, dissoziativen oder bipolaren Störungen nur unter therapeutischer Anleitung und Aufsicht meditieren. Auch für Traumafolgestörungen kann es sinnvoll sein, Meditation in einer engmaschigen therapeutischen Begleitung zu praktizieren, weil der authentische Kontakt mit der eigenen Psyche aus offensichtlichen Gründen schnell überfordernd wirken kann. In diesem Fall hat es sich in der Meditations-Community übrigens bewährt, Metta zu praktizieren, also sogenannte Loving-Kindness-Techniken, die etwas sanfter sind.[1]
Was ist das Ziel von Meditation?
[1] Wen das interessiert, hier empfehle ich als Einführung entweder „Loving-Kindness in Plain English: The Practice of Metta“ von Bhante Gunaratana oder „A Guide to Tranquil Wisdom Insight Meditation: How to Attain Nibbana Through the Mindfulness of Lovingkindness“ von Bhante Vimalaramsi und David C. Johnson und als tiefergehendes Werk mit einer vollständigen Übersicht über den meditativen Fortschritt „The Path to Nibbana: How Mindfulness of Loving-Kindness Progresses through the Tranquil Aware Jhanas to Awakening“ ebenfalls von David C. Johnson.