Meditation gut möglich, ohne ganzes System zu kennen
Gone, Rest, Flow: Aspekte von Empfindungen
Gone: Moment des Verschwindens
Rest: Ruhe-Zustand, Abwesenheit von aktiven Zuständen
Flow: Veränderung von Empfindungen (ausgenommen Verschwinden)
Ein Nachteil von Unified Mindfulness ist, dass man sich sehr viele unterschiedliche Begriffe aneignen muss, bevor es losgeht. Sobald man die Konzepte beherrscht, ist die Technik sehr flexibel und individuell anpassbar, aber bis dahin dauert es seine Zeit. Aus diesem Grund habe ich versucht, einige begriffliche Unterscheidungen für später aufzusparen, weil sie zu Beginn der Praxis nicht unmittelbar relevant sein dürften.
Es ist viel wichtiger, die unterschiedlich starken Formen von Labeling zu beherrschen, um in der Focus Range seiner Wahl die eigenen Empfindungen zu erforschen und dadurch eine interessante und hilfreiche Meditationspraxis zu entwickeln, als jeden letzten Aspekt von Unified Mindfulness zu verstehen. In diesem Abschnitt stelle ich jedoch noch einige dieser Unterscheidungen vor für diejenigen, die wissen wollen, was das System noch zu bieten hat.
Gone (verschwunden): Jede Empfindung hat eine zeitliche Dauer mit einem Anfang und einem Ende. Es ist möglich, in der Meditation gezielt auf den Moment zu achten, in dem eine Empfindung verschwindet und diesen Moment zu noten. Der Fokus liegt nicht eigentlich auf der Empfindung, sondern auf ihrem Ende. Wenn die sinnliche Klarheit stärker wird, fällt auf, dass jede Empfindung immer schon im Verschwinden begriffen ist. Indem man auf diesen Moment achtet, kann man gezielt Einsicht in die universelle Tatsache gewinnen, dass alles vergänglich ist.
Rest (Ruhe): Es gibt aktive Empfindungen und es gibt „Rest“-Zustände, also Ruhe-Zustände. Diese Ruhe-Zustände kann ich in den unterschiedlichen Sinnesmodalitäten bemerken und noten wie alle anderen auch. Hier ist eine Übersicht über diese Ruhe-Zustände:
Es mag mehr oder weniger leicht fallen, sich auf diese Ruhe-Zustände zu konzentrieren und sie zu bemerken. Mir persönlich fällt es zum Beispiel schwer, mit visuellen Ruhe-Zuständen zu arbeiten, aber wie immer bei Unified Mindfulness muss man nicht jede Option beherrschen, um voranzukommen. Vielleicht werden visuelle Ruhe-Zustände noch einmal wichtig in meiner Meditationspraxis, vielleicht aber auch nicht. Ruhe-Zustände sind meist angenehm und deshalb fällt es leichter, sich auf sie zu konzentrieren. Hier kann sich ein positives Feedback-Loop ergeben: Ich konzentriere mich auf Ruhe-Zustände. → Das ist angenehm. → Ich konzentriere mich stärker, weil es angenehm ist. → Der Zustand wird angenehmer etc.
Flow: Empfindungen kommen und gehen. Zwischen ihrer Entstehung und ihrem Verschwinden (Gone) gibt es eine kurze Phase der Veränderung. Jede solche Veränderung einer Empfindung nennt man bei Unified Mindfulness „Flow“. Beispiele wären: Die Empfindung wird stärker oder schwächer, Gedanken werden schneller oder langsamer, mentale Bilder verblassen, bewegen sich, ändern ihre Gestalt, Körperempfindungen pulsieren oder verändern ihren Druck, Empfindungen dehnen sich aus oder ziehen sich zusammen (expansion and contraction). Alle Situationen, in denen plötzlich Energie im Körper entsteht und von A nach B fließt, sind Fälle von Flow.