sachliches neutrales Labeling stärkt Gleichmut
bewusste Kontrolle von Tonfall bei schwierigen Emotionen
Widerstand gegen Emotionen nicht in Label übernehmen
Tonfall als zentrale Stellschraube bei Blockaden im Prozess
Es gibt eine sehr wichtige Funktion von Labeling, die ich selbst sehr lang vernachlässigt und unterschätzt habe, die aber gerade bei schwierigen Empfindungen extrem hilfreich ist. Und zwar kann ich meinen Gleichmut dadurch stärken, dass ich die Labels möglichst sachlich und neutral ausspreche. Das wirkt schnell sehr aufgesetzt und „unauthentisch“, ist aber ein effektiver Weg, um unangenehme Empfindungen zu akzeptieren und sie durchzuarbeiten. Manchmal muss ich mich regelrecht zwingen, den Tonfall meines Labens anzupassen, weil ich einen starken Impuls spüre, meinen Ärger auszudrücken oder meine Niedergeschlagenheit.
Diesem Impuls sollte man nicht nachgehen, weil man dadurch an diesen schwierigen Gefühlen mehr leidet als nötig. Das bedeutet nicht, dass ich das Gefühl unterdrücke! Ich gehe Stück für Stück oder Label für Label in Kontakt mit dem Gefühl und der Tonfall hilf mir dabei, diesen Kontakt gleichmütig zu gestalten. Der Tonfall der Labels ist kein unwichtiges Detail, sondern ein zentraler Mechanismus beim Labeling.
Wenn ich mit schwierigen Empfindungen arbeite und es nicht voranzugehen scheint, ist oft der Tonfall der Labels die Stellschraube, an der ich drehen muss, um weiterzukommen.