Der Kurs vermittelt Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) nach Mind over Mood und richtet sich an Selbstanwender, nicht primär an Therapeut:innen.
Grundannahme der KVT: Situationen, Gedanken, Gefühle, Verhalten und körperliche Reaktionen stehen in Wechselwirkung und beeinflussen sich gegenseitig.
Psychische Probleme entstehen häufig durch ungünstige Muster dieser fünf Faktoren (z. B. bei Depression, Angst, Stress oder Beziehungsproblemen).
Der therapeutische Prozess besteht aus drei Schritten: Problemanalyse, gezielte Veränderung geeigneter Faktoren und Evaluation der Fortschritte.
Ziel ist Selbsthilfe-Kompetenz: Betroffene sollen lernen, ihre Probleme selbstständig zu verstehen, zu verändern und langfristig unabhängig anzuwenden.
Dieser Kurs umfasst Techniken und Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), wie sie im Klassiker “Mind over Mood” von Greenbeger und Padesky dargestellt werden. Der Kurs richtet sich nicht primär an Behandler, sondern an alle, die die KVT auf die Probleme in ihrem eigenen Leben anwenden wollen.
Die zentrale Idee der KVT ist, dass die Situation, in der wir uns befinden, unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Verhaltensweisen und unsere körperlichen Reaktionen miteinander zusammenhängen und sich alle gegenseitig beeinflussen. Manchmal führt das Zusammenspiel dieser fünft Faktoren dazu, dass wir Probleme bekommen und in unserem Leben beeinträchtigt werden.
Jedes Problem, das in der KVT behandelt wird, wird als Zusammenspiel dieser fünf Faktoren aufgefasst. Eine Depression zum Beispiel besteht typischerweise in negativen Gedanken über sich selbst, über andere und über die Zukunft, Gedanken wie “Das bringt doch eh alles nichts. Ich bin nichts wert. Das Leben hält nichts mehr für mich bereit.”, in Verhaltensweisen wie sozialem Rückzug, in starken Gefühlen der Niedergeschlagenheit und in körperlichen Reaktionen wie Schlappheit oder Müdigkeit. Da diese Faktoren zusammenhängen, wirkt sich die Veränderung eines einzelnen Faktors immer auch auf die anderen Faktoren aus. Entsprechend ergeben sich immer mehrere Punkte, an denen die KVT mit ihren Methoden ansetzen kann.
Da sehr viele Probleme aus einem ungünstigen Zusammenspiel der oben genannten fünf Faktoren bestehen, ist die KVT (und damit auch die Techniken in diesem Kurs) sehr universell einsetzbar. KVT hilft beispielsweise bei Depression, Angststörungen, übermäßigen Gefühlen von Ärger, Eifersucht, Schuld, Scham, bei Stress, Beziehungsproblemen, Essstörungen, Selbstwertproblemen und Problemen mit Alkohol und anderen Drogen.
Der erste Schritt besteht in der Problemanalyse: Welche Situationen, Gedanken, Verhaltensweisen, Gefühle und körperlichen Reaktionen sind es genau, die das Problem bedingen, und wie spielen sie zusammen? Dafür kann es notwendig sein, den eigenen Blick für diese Faktoren zu schärfen, da nicht jeder Mensch mit einer perfekten Introspektionsfähigkeit auf die Welt kommt.
Im zweiten Schritt geht es um die Veränderung: Welche Faktoren bieten sich am ehesten als Ansatzpunkt an, um den Problemzusammenhang zu verändern?
Im dritten Schritt evaluieren wir den Fortschritt: Führt die angewandte Technik auch tatsächlich dazu, dass wir weniger ängstlich oder depressiv sind oder sich unsere Beziehungsprobleme verbessern?
In jedem Schritt kommen bestimmte Fähigkeiten zum Einsatz, die man gezielt trainieren kann. Bei der Problemanalyse muss ich vor allem trainieren, Gefühle von Gedanken zu trennen, Gefühle voneinander zu unterscheiden, auch flüchtige Gedanken zu beobachten, ihre Auswirkung auf mein Verhalten zu bemerken etc. Bei der Veränderung geht es darum, Gedanken gezielt zu hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Nützlichkeit hin zu überprüfen oder sich gezielt unangenehmen Situationen zu stellen, um sich zu beweisen, dass man ihnen gewachsen ist, etc. Je häufige wir diese Fähigkeiten trainieren, desto besser werden wir und desto schneller machen wir Fortschritte.
Das Ziel einer jeden Verhaltenstherapeutin ist (oder sollte sein), sich selbst überflüssig zu machen, indem die Patientin lernt, ihre Probleme eigenständig zu erfassen, zu analysieren und zu verändern, um so gewissermaßen ihre eigene Therapeutin zu werden. Das bedeutet, dass diese Fähigkeiten und Lösungsstrategien uns auch nach Abschluss des Kurses begleiten werden und uns für den Rest unseres Lebens zur Verfügung stehen.
Eine kurze Anmerkung noch zum Aufbau des Kurses. Die Kapitel des Kurses entsprechen 1:1 den Kapiteln des Buches, enthalten jedoch meine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Lernfortschritt ergibt sich allerdings nicht nur durch das Lesen und Verstehen der Konzepte, sondern vor allem durch die Anwendung auf eigene Probleme im Alltag.
Viel Erfolg!