unangenehme Empfindungen in Meditation normal und erwartbar
typische Schleife: Ablenkung → Fusion → unangenehme Gefühle → Defusion → Fluchtimpuls in Gedanken durch unangenehme Gefühle → Fusion → mehr unangenehme Gefühle etc.
Konzentration kann Gefühle in kleinere Empfindungen auflösen
keine Fehlfunktion sondern Zeichen für wirksame Praxis
schwierige Empfindungen kein Problem, sondern ideales Trainingsmaterial
Wenn wir meditieren, kommt früher oder später der Moment, in dem sich schwierige Empfindungen zeigen. Dabei kann es sich beispielsweise um eine unangenehme Rastlosigkeit in unserem Brustbereich handeln, um gewöhnliche Langeweile, um schwierige Gefühle, um diffuses körperliches Unbehagen oder Schmerzen. Besonders typisch ist auch folgender Ablauf:
Wir sind konzentriert. Heißt: Wir sind mit der Aufmerksamkeit bei den Empfindungen in unserer focus range.
Ein Gedanke lenkt uns ab und wir verlieren uns in ihm (Fusion).
Der Gedanke produziert unangenehme Gefühle (z. B. ein imaginäres Streitgespräch, was Ärger produziert).
Wir bemerken, dass wir fusioniert sind, und defusionieren.
Die unangenehmen Gefühle sind weiter vorhanden.
Unsere Psyche flüchtet vor den unangenehmen Gefühlen und versucht, erneut mit den Gedanken zu fusionieren.
Das heißt: Besonders wenn wir gerade erst defusioniert sind, sollten wir wachsam sein, ob es unangenehme Gefühle gibt, und diese dann durch unsere Konzentration in ihre Einzelteile auflösen.
Solche Empfindungen sind kein Zeichen dafür, dass die Meditation nicht funktioniert oder wir etwas falsch machen! Meditation heißt nicht, durchgängig schöne Gefühle oder inneren Frieden erleben. Meditation hilft uns, in näheren Kontakt mit unserem psychischen Erleben zu treten und dieses Erleben ist eben oft unangenehm und schwierig. Im Gegenteil sind unangenehme Empfindungen ein Anzeichen, dass Meditation funktioniert! Jetzt beginnt der eigentlich interessante Teil, weil unangenehme Empfindungen fantastische Trainingsgelegenheiten darstellen.