Hier eine Auswahl typischer Triggergedanken:
Typische Form: Warum…?
Warum bin ich traurig?
Warum macht nichts mehr Spaß?
Warum fühle ich mich so müde?
Werde ich wieder deprimiert?
Liegt es an meiner Beziehung zu den Eltern?
Liegt es daran, dass ich ein Kriegsenkel bin?
Liegt es am Tod meiner Mutter?
Liegt es an meinen Genen?
Diese Triggergedanken fühlen in der Regel zu Gefühlen von Traurigkeit.
Was nimmt der sich eigentlich heraus?
Was glaubt sie, wer sie ist?
Ich hätte damals das und das antworten sollen! -> Tausend Rachefantasien mit schlagfertigen Retourkutschen
Bestrafungsfantasien
Wieso ist mein Arzt so inkompetent?
Wieso ist mein Partner so ignorant?
Wütende Triggergedanken führen oft zu Rachephantasien, in denen wir die schlagfertigen Retourkutschen nachholen, die uns in der Situation selbst nicht eingefallen sind oder sie zu sagen wir uns nicht getraut haben. Das begleitende Gefühl ist Wut.
Typische Form: Was ist, wenn…?
Was ist, wenn ich immer depressiv bleibe?
Was ist, wenn den Kindern etwas zustößt?
Was ist, wenn die Politik die Psychotherapie noch weiter beschneidet?
Was ist, wenn KI uns allen die Wurst vom Brot zieht und ich in 5 Jahren keinen Job mehr habe?
Was ist, wenn meine Partnerin einen Unfall hat?
Was ist, wenn mein Gegenüber merkt, wie nervös ich bin?
Was ist, wenn er nein sagt, verlässt er mich dann?
Was ist, wenn sie das für unverschämt hält, bin ich dann unten durch?
Ängstliche Triggergedanken lösen Sorgen aus, die zu Angst und Vermeidungsverhalten auslösen.
Typische Fom: Ich muss…
Ich muss mich mehr anstrengen, ich bin nicht gut genug!
Ich muss mich viel mehr freuen über diese Situation!
Ich muss das viel mehr genießen!
Ich muss den Urlaub mehr wertschätzen!
Ich muss zufriedener sein mit dem, was ich habe!
Ich muss viel ausgeglichener sein!
Ich muss viel gelassener sein!
Ich darf das nicht so an mich ranlassen!
Schuldbetonte Triggergedanken führen in der Regel zu Schuldgefühlen und einem geringen Selbstbewusstsein.
Auch bei Süchten gibt es typische Triggergedanken. Auch hier ist die Idee, dass uns automatische Gedanken an die Substanz oder das Suchtverhalten kommen, die wir nicht kontrollieren können. Diese automatischen Gedanken sind aber nicht das Problem, sondern dass wir uns so ausführlich mit ihnen beschäftigen.
Typische Gedanken:
Gedanken an das Suchtmittel
Gedanken, dass Konsum eine Lösung ist
Erlaubnis gebende Gedanken: “Einmal ist keinmal, Du hast es dir verdient etc.”
Diagnosen können hilfreich sein, bergen aber die Gefahr, dass wir uns mit Ihnen übermäßig identifizieren. Dann können Diagnosen als selbsterfüllende Prophezeiungen wirken: “Mit meiner ADHS kann ich mich eh nicht auf diese Aufgabe konzentrieren” führt unter Umständen dazu, dass ich schneller aufgebe. Diese Überidentifikation zeigt sich als Grübeln über Triggergedanken, die sich um die Diagnose drehen.
Zum Beispiel:
Ich kann xy nicht, weil ich ja die Diagnose habe.
Ich kann mich nicht konzentrieren, weil ich ja die Diagnose habe.
Ich muss meinen Ärger nicht zurückhalten, weil ich ja die Diagnose habe.
Ich habe die Diagnose und werde sie immer haben, alles ist hoffnungslos.
Wieso hat mich das Schicksal mit dieser Diagnose gestraft?
Kann ich mit dieser Diagnose überhaupt eine Arbeit finden?
Alles ist sinnlos.
Es wird sich eh nichts ändern.
Wozu sollte ich überhaupt noch irgendetwas machen?
Ich falle den anderen nur noch zur Last.
Es gibt keinen Ausweg für mich.
Mir kann niemand helfen.
Wenn Ihr gerade in akuter Krise steckt, wendet euch an die Telefonseelsorge. In Deutschland: 0800 1110111. Auch um dieses Thema drehen sich viele Triggergedanken. Die Grübelei hat dann die Form einer aktiven Beschäftigung mit Plänen, mit Gründen dafür oder dagegen, Gedanken wie “Mich wird eh niemand vermissen” oder Gedanken an die eigene Beerdigung. Suizidale Triggergedanken üben oft eine starke Anziehung aus, weil sie Trost spenden und einen vermeintlichen Ausweg aufzeigen. Weil sie aber zu tatsächlichen Suizidversuchen führen können, ist es hier besonders wichtig, das Grübeln auf eine feste Zeit einzuschränken.
Haltet Eure Triggergedanken am besten schriftlich fest, damit Ihr sensibilisiert seid und nicht auf den Köder beißt, wenn er euch im Alltag begegnet.