Das S-REF-Modell der metakognitiven Therapie beschreibt drei Ebenen des Denkens: Gedanken und Gefühle, den Umgang mit ihnen (z. B. analysieren oder verdrängen) und Überzeugungen darüber, welche Denkstrategien sinnvoll sind.
Dieses System ist grundsätzlich hilfreich: Bei lösbaren Problemen kann Nachdenken zu Lösungen führen, Entscheidungen ermöglichen und anschließend in Handlung übergehen.
Problematisch wird Denken, wenn sich analytisches Denken bei bestimmten Themen „festhängt“ und nicht mehr zu einer Lösung führt.
Dieses Muster nennt die metakognitive Therapie das Kognitive Aufmerksamkeitssyndrom (CAS): ein übermäßiger Fokus auf Gedanken, der uns psychisch belasten kann. Das Ziel ist, dieses Kognitive Aufmerksamkeitssyndrom abzuschaffen.
Das zentrale Modell in der metakognitiven Therapie trägt einen komplizierten Namen: Self-Regulatory Executive Function (S-REF). Wir machen es hier aber nicht unnötig kompliziert.
Das Modell besteht aus drei Ebenen:
Auf der untersten Ebene spielen sich Gedanken und Gefühle ab.
Auf der zweiten Ebene darüber befinden sich die Strategien, mit denen wir mit den Gedanken und Gefühlen auf Ebene 1 umgehen. Zum Beispiel Strategien wie Gedanken in den Fokus nehmen, analysieren, wegschieben, Gegenargumente finden und so weiter.
Auf der dritten und obersten Ebene befinden sich allgemeine Überzeugungen über die Strategien auf der zweiten Ebene. Zum Beispiel, Strategie X funktioniert in der und der Situation Y. Etwa, wenn es mir schlecht geht, dann ist es gut, darüber viel nachzudenken.
Dieses System funktioniert oft sehr gut, zum Beispiel bei Aufgaben auf der Arbeit:
Vielleicht kommt mir ein automatischer Gedanke auf der ersten Ebene, dass mein Plan nicht aufgeht und ein entsprechendes Gefühl kommt hinzu.
Auf der zweiten Ebene wird eine Strategie aktiv: “Denk darüber nach! Warum ist es so? Was könnte eine Lösung sein?”
Auf der dritten Ebene findet sich die Überzeugung, dass Nachdenken über fachliche Probleme sinnvoll ist. Oder zum Beispiel die Überzeugung, dass es ab einem bestimmten Punkt sinnvoll ist, einfach die Kollegin zu fragen. Dieser Prozess arbeitet eine Weile und produziert irgendein Ergebnis. Ich komme zu einem Ergebnis, der Prozess wird beendet und ich kann anfangen, in die Handlung zu kommen.
Das Tückische am Grübeln ist, oft funktioniert analytisches Denken im Alltag sehr gut. Es ist ein fantastisches Werkzeug, was sich aber bei manchen Problemen aufhängen kann. Dann entsteht das sogenannte Kognitive Aufmerksamkeitssyndrom, abgekürzt als CAS (für Englisch Cognitive Attentional Syndrome). Das CAS ist so etwas wie die Wurzel allen Übels laut der metakognitiven Therapie. Das kognitive Aufmerksamkeitssyndrom besteht aus vier Strategien, von denen fast jeder Mensch mit psychischen Schwierigkeiten mindestens eine nutzt.