Grübeln bedeutet, sich in wiederkehrenden Gedankenschleifen über Probleme und Fragen zu verlieren, bis das Nachdenken selbst belastend wird.
Die metakognitive Therapie geht davon aus, dass nicht die negativen Gedanken das Hauptproblem sind, sondern unsere übermäßige Beschäftigung mit ihnen.
Drei Gründe halten Grübeln aufrecht: Wir glauben oft, es nicht kontrollieren zu können, bemerken nicht bewusst, dass wir grübeln, und halten Grübeln fälschlicherweise für hilfreich (z. B. für Problemlösung, Entscheidungen oder Kreativität).
Ziel der Serie ist es, die Kontrolle über das eigene Denken zurückzugewinnen, Grübelschleifen zu reduzieren und wieder mehr ins gegenwärtige Leben und Handeln zu kommen.
Jeder weiß von sich selbst, was es heißt zu grübeln. Wir drehen uns in den immer selben Gedankenkreisen. Wir kauen auf den immer gleichen Problemen und Fragen herum, bis dieses Nachdenken selbst belastend wird. Wie können wir uns aber von den negativen Gedankenschleifen lösen?
Ich will euch in dieser Serie einen innovativen Therapieansatz vorstellen, die metakognitive Therapie. Was das genau ist, erkläre ich später, hier aber die Grundidee: Nicht die negativen Gedanken sind das Problem, sondern dass wir uns so übermäßig mit ihnen beschäftigen. Denn die Beschäftigung mit Gedanken erzeugt neue Gedanken, mit diesen wir uns wiederum beschäftigen können, was weitere Gedanken erzeugt. Und dieses Spiel können wir ewig spielen.
Die wichtige Annahme ist dabei: Grübeln ist etwas, was wir tun, nicht etwas, was uns passiert. Deshalb können wir lernen, Grübeln zu kontrollieren und es abstellen. Dass wir das nicht tun, liegt an drei Gründen:
Wir haben oft nicht das Gefühl, unser Grübeln kontrollieren zu können. Das ist zwar eine Illusion, doch so stellt es sich uns erst einmal dar.
Wir merken häufig nicht, dass wir grübeln. Das Bewusstsein, ob wir grübeln, kann man aber trainieren.
Wir haben häufig den Eindruck, dass uns unser Grübeln dabei hilft, zu einer Lösung zu kommen, dass es uns bei Entscheidungen hilft, dass wir durch Grübeln kreativer werden, dass es doch einfach eine Antwort geben muss, auf die wir kommen können, wenn wir noch ein bisschen dranbleiben.
Das Ziel in dieser Serie ist, unser Grübeln einzuschränken, die Kontrolle über unser Denken soweit es geht zurückzuerlangen, sodass wir selbst entscheiden können, mit welchen Themen und Fragen wir uns wann beschäftigen. Dadurch gelangen wir wieder aus dem Kopf ins Leben, was im Hier und Jetzt stattfindet.
Was passiert außerdem in dieser Serie?
Wir sehen uns die Überzeugungen über unser Denken an, die uns weiter grübeln lassen.
Wir fragen uns, wie finden wir die Gedanken heraus, in die wir uns hineinsteigern?
Welche Arten von solche sogenannten Triggergedanken gibt es überhaupt?
Und wie schaffen wir es, nicht über diese Triggergedanken nachzugrübeln.
Außerdem: Ist Grübeln eigentlich hilfreich? Laut metakognitiver Therapie ist es das natürlich nicht. Aber welche Überzeugungen stehen dahinter, dass wir es hilfreich finden könnten?
Abschließend fragen wir uns: Wie können wir in die Handlung kommen, ohne ein Gefühl von Motivation zu haben? Schließlich brauchen wir ja etwas, was wir tun können, nachdem wir aufgehört haben zu grübeln.
Neben diesen Inhalten gibt es in der metakognitiven Therapie zwei Übungen, die unsere geistigen Fähigkeiten trainieren sollen, um uns wieder auf unser Leben auszurichten und unsere Grübelschleifen zu durchbrechen. Das ist einmal das Aufmerksamkeitstraining und einmal die losgelöste Achtsamkeit von Gedanken. Beide Übungen schauen wir uns zum Abschluss genauer an.
Ich widme diese Serie allen Patienten, allen Menschen in meinem Umfeld und all denen, die dies lesen und sich so viele Gedanken zu ihren Problemen machen, dass sie anfangen, unter diesen Gedanken selbst zu leiden. Falls Euch diese Serie hilft, weniger zu grübeln, und Ihr jemanden kennt, dem das hier weiterhelfen könnte, würde ich mich freuen, wenn Ihr die Serie mit diesen Menschen teilen würdet.
Die Textgrundlage für diese Serie ist das Buch “Lebe mehr, Grüble weniger” von Pia Callesen, einer dänischen Psychotherapeutin mit dem Fokus auf metakognitiver Therapie. Außerdem wichtig: Die metakognitive Therapie ist nicht zu verwechseln mit dem metakognitiven Training.