Gedanken sind wie Sushi auf einem Fließband: Viele Gedanken ziehen vorbei, aber einige sprechen uns besonders an und ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich.
Diese besonders anziehenden Gedanken nennt man Triggergedanken: Sie laden dazu ein, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen und können dadurch Grübelschleifen auslösen.
Grübeln ist nichts Anderes als die übermäßige Beschäftigung mit Triggergedanken, unabhängig davon, ob die Fragen, die wir uns im Grübeln stellen, tatsächlich lösbar sind oder nicht.
Wir können lernen, bewusst zu entscheiden, ob wir auf bestimmte Gedanken eingehen oder sie vorbeiziehen lassen, ähnlich wie ein Fisch, der an einem Köder vorbeischwimmt.
Triggergedanken wirken oft wie ein scheinbar erreichbares Ziel (Gold am Ende des Regenbogens): Die Hoffnung auf eine endgültige Lösung hält uns im Denken fest, obwohl die Suche selbst belastend werden kann.
Stellt euch vor, ihr seid in so einem klassischen Sushi-Restaurant, in dem kleine Teller mit Sushi auf einem Fließband an euch vorbeifahren. Nicht alles spricht euch an. Vielleicht habt ihr keine Lust auf Tintenfisch oder Thunfisch, aber greift begeistert bei den Avocado-Maki zu.
Ähnlich ist es auch beim Gedankenstrom. Unterschiedliche Gedanken sind für verschiedene Menschen unterschiedlich interessant und anziehend. Im Strom fließen vorbei: Ist der Herd noch an, bin ich gut genug für meinen Job, kann ich meinem Partner vertrauen, sieht meine Nase komisch aus, hat mein Leben einen Sinn, wieso fühle ich mich minderwertig?
Die Gedanken, die uns in diesem Strom besonders ansprechen und einladen, lange auf ihnen herumzudenken, bezeichnet man als Triggergedanken. Es ist wichtig, die eigenen Triggergedanken zu kennen, um das Grübeln einzuschränken. Grübeln ist nichts weiter als die übermäßige Beschäftigung mit solchen Triggergedanken.
Vielleicht gibt es eine Antwort auf diese Fragen, vielleicht auch nicht. Aber das Experiment besteht jetzt darin, auszuprobieren, was passiert, wenn wir weniger darüber nachdenken. Was passiert, wenn wir die Beschäftigung auf unsere Grübelzeit beschränken?
Nochmal der Punkt, weil es so wichtig ist. Ihr habt die Wahl, ob ihr euch mit den Gedanken beschäftigt, die euch ansprechen oder nicht. Stellt euch vor, ihr seid ein Fisch, der durchs Wasser schwimmt, in dem lauter Angelhaken mit leckeren Ködern treiben. Egal, wie viele solche Angelhaken sich dort befinden, es ist eure Entscheidung, ob Ihr anbeißt oder nicht.
Triggergedanken funktionieren ein bisschen wie das Gold am Ende des Regenbogens. Ich mache mich auf die Reise, weil das Ziel einen Gewinn verspricht. Also laufe und laufe ich auf ein illusionäres Ziel zu, bis mich die Reise selbst erschöpft und belastet.
Es ist nicht die Last, die dich bricht, sondern die Art, wie du sie trägst